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Die BLW Methode, also Baby-Led Weaning

Die optimale Ernährung des Kindes in den ersten Monaten ist Stillen und das Ziel für die ersten 6 Monaten sollte auch Stillen sein. Im dem Fall, wenn die Mutter nicht stillen möchte oder es aus gesundheitlichen Gründen nicht kann, sollte die Grundbasis der Ernährung modifizierte Milch sein. Die Erweiterung der Ernährung um weitere Produkte sollte angefangen werden, wenn das Kind schon einige Fähigkeiten besitzt. Frühestens mit Beginn des fünften Monats und spätestens mit Beginn des siebten Monats sollte die Ernährung eines Babys erweitert werden. Es bedeutet aber nicht, dass man dann nicht mehr stillt. Das Ziel der Ernährungserweiterung ist es, dem Kind zusätzliche Energie, Eiweiß, Vitamine und Nährstoffe zu geben. Mit der Zeit werden die Babys immer mehr davon brauchen und in der Muttermilch gibt es nicht mehr ausreichend davon[1]. Der traditionelle Weg ist es, die Babys mit Brei zu füttern, der mit der Zeit immer abwechslungsreicher wird. Somit kennt und akzeptiert das Baby verschiedene Texturen und Geschmacksrichtungen.

Zur Ernährung von Babys wird in den letzten Jahren ein alternativen Weg immer populärer, die so genannte BWL Methode[3].

BWL Methode – was ist das?

Baby-Led Weaning (BWL), ist eine der Methoden zur Erweiterung der Muttermilch Ernährung. Die Haupt Idee der Methode ist es, dass das Baby nur das isst, was es selber in den Mund führt. Es wird also nicht mit Brei gefüttert, sondern mit fester weicher Nahrung (z.B. gekochte Karottenstückchen, Brokkoli, Apfelstückchen) die ihm in die Hand gegeben werden. In Polen wird die Methode „Baby mag Auswahl“ genannt. Die Ernährungsmethode ermöglicht dem Baby die Auswahl- was und wie viel es isst. Dank dem, wird der Wechsel zu fester Nahrung im Wesentlichen vom Baby selbst gesteuert[2].

Was sagen die Forschungen zu der BWL Methode?

Die BWL Ernährungsmethode hat sowohl Anhänger als auch Gegner. Es wird immer diskutiert, ob es keine negativen Auswirkungen auf das Baby hat. Unter anderem gibt es das Risiko, dass das Baby sich verschlucken kann oder zu wenig Vitamine und Nährstoffe (vor allem Eisen) bekommt[3]. Es gab Forschungen, in denen die Inhalte der Ernährung beider Gruppen, BWL und die traditionale Methode verglichen wurden. Es wurde tatsächlich nachgewiesen, dass die Babys, die mit der BWL Methode ernährt werden, weniger Zink, Eisen, Vitamin B12, Vitamin C, Ballaststoffe und Kalzium essen. In beiden Fällen war die Anzahl der Kalorien ähnlich, aber in der BWL Gruppe war der Fettanteil (dem Gehalt gesättigter Fettsäuren) größer. Der Grund dafür kann sein, dass die Kinder oft das Essen vom Familien Tisch bekommen, was dazu führen kann, dass sie für diese Altersgruppe nicht geeignetes Essen bekommen [3]. Eine andere Forschung hat gezeigt, dass die BWL Kinder mehr Kohlenhydrate und lieber Getreide essen, als die Babys aus der traditionelle Gruppe. Die zweite Gruppe der Babys zeigte Vorlieben für Süßigkeiten[4]. Es gibt nicht viele wissenschaftliche Forschungstätigkeit, welche ein größeres Risiko von Verschlucken nachgewiesen hätte. Sicherlich sollte das Thema weiter beobachtet werden.

Die Anhänger der BWL Methode geben als Vorteil an, dass die Tendenzen der Fettleibigkeit bei den Babys geringer sind. Dies ist, weil sie lernen das Hunger- und Sättigungsgefühl selbst zu regulieren. Der Body-Mass-Index (BMI) zeigt unterschiedliche Ergebnisse. In manchen Forschungen wurde als Ergebnis gezeigt, dass die Kinder, die mit der BWL Methode gefüttert wurden einen niedrigeren BMI haben, als die traditionell gefütterten. Es gibt aber auch Forschungen, die statistisch keine wesentlichen Unterschiede zeigen. Sicherlich sieht man als Vorteil den Fakt, dass Babys mit der BWL Methode zu dem gemeinsamen Familienessen animiert werden. Diese Babys werden nicht unter Zeitdruck und Menge des Essens gesetzt. Sie können mit dem Essen besser umgehen und entdecken die sensorischen Aspekte durch verschiedene Texturen des Essens [3].

Wie fängt man mit BWL an?

Bevor sich die Eltern für die BWL Methode entscheiden, sollen sie auf einige wichtige Fragen achten. Vor allem, sie kann erst im 6. – 7. Lebensmonat eingeführt werden. Wenn sie schon alleine sitzen können und schon Interesse an etwas mehr als Mutter- oder modifizierte Milch haben. Man soll auch drauf achten, dass das Kind das Essen mit der Zunge nicht ausspuckt. Wenn dies der Fall ist, sollte man dem Kind das feste Essen noch nicht anbieten. Es wird empfohlen, das Essen an das Alter des Kindes anzupassen. Es sollen also natürliche Lebensmittel, ohne Salz, Zucker oder anderen Lebensmittelzusatzstoffen sein. Dem Baby soll man die Produkte so servieren, das sie es selbst in die Hand nehmen können. So können zum Beispiel weich gekochte (aber nicht zu weich) Gemüse Stückchen genommen werden oder Obst, welche größer geschnitten, als die Größe der Hand sind. Ein anderes Beispiel ist ein fest gekochter Milchbrei. Um ein Verschlucken des Kindes vorzubeugen, soll man das Kind während dem Essen beobachten und nie alleine ohne dem Beisein des Erwachsen essen lassen.

Zusammenfassend, es gibt Forschungen, die für und gegen die BWL Methode sprechen. Gemäß den neuen „Grundsätzen zur Ernährung gesunder Säuglinge“, die im Januar 2021 von der Polnischen Gesellschaft für Gastroenterologie, Hepatologie und Kinderernährung veröffentlicht wurden ist, gibt es kein überzeugendes Argument für oder gegen die BWL Methode [1]. Sowohl die traditionelle, als auch die BWL Methode haben Vor- und Nachteile, deswegen sollen die Eltern die Entscheidung selbst treffen, welche von den Ernährungswegen nach ihrer Meinung die Optimalste für das Kind ist.

Paulina Ihnatowicz – absolvierte die Fakultät für Diätetik, des Collegium Medicum UMK Bydgoszcz. Ständig erweitert sie ihr Wissen – z. B. durch den Beginn einer Doktorarbeit in Diätetik und ein Studium an der American Functional Medicine University. Autorin von Bestsellern, engagiert sich in Fachzeitschriften, bei Veranstaltungen und Diätkonferenzen. Mitbegründerin der Diätklinik SanDiet, wo sie nicht nur Patienten betreut, sondern auch originelle Schulungen und Webinare durchführt.

Quellen:

[1] Szajewska H. i wsp.: Ernährung gesunder Säuglinge. Stellung der Polnischen Gesellschaft für Gastroenterologie, Hepatologie und Kinderernährung. Medizinische Standard/ Pädiatrie, 2021; 18:805 – 822

[2] Brown A. i wsp.: Baby-Led Weaning: The Evidence to Date, Current Nutrition Reports, 2017, 6(2): 148–156.

[3] Gomez M.S. i wsp.: Baby-led weaning, an overview of the new approach to food introduction: integrative literature review. Revista Paulista de Pediatria, 2020, 38: e2018084.

[4] Townsend E., Pitchford N.J.: Baby knows best? The impact of weaning style on food preferences and body mass index in early childhood in a case–controlled sample, BMJ Open, 2012, 2(1): e000298.

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